EINziger oder mindestens EINer? Das ist nicht EINfach egal.

Wenn dir bewusst wird, dass du nur noch EINE EINZIGE STÜTZE hast – einen Freund oder eine Freundin, einen Ehemann, eine Ehefrau, ein Elternteil, ein Kind, einen Therapeuten, einen spirituellen Begleiter usw. –, von der du Mitgefühl erwartest oder die dir immer sagen kann, was du wie tun sollst, du aber ihretwegen alle anderen Menschen aus deinem Leben ausgeschlossen hast, mit denen du gerne sprechen würdest oder für die du dich interessierst, dann ist es Zeit, nach einer anderen Unterstützung oder Methode zu suchen. Es sollte mindestens einen VERTRAUENSWÜRDIGEN ERWACHSENEN in deinem Leben geben – einen Freund oder eine Freundin, einen Ehemann, eine Ehefrau, ein Elternteil, ein Kind, einen Therapeuten, einen spirituellen Begleiter usw. –, mit dem du eine Vereinbarung über gegenseitige Ehrlichkeit triffst. Wenn es einen solchen VERTRAUENSWÜRDIGEN ERWACHSENEN in deinem Leben gibt, wirst du neben dieser Beziehung immer mindestens eine weitere gesunde Beziehung haben.
Du hast es leicht! Du hattest eine gute Kindheit.

Solange die übernommenen Muster nach einer guten oder weniger harmonischen Kindheit funktionieren und wir in unserem Leben vorankommen, haben wir in der Regel auch keine größeren Probleme. Ungünstige Muster treten jedoch mit zunehmendem Alter immer deutlicher hervor – in unseren Freundschaften, Partnerschaften, Elternrollen und im Berufsleben. Deshalb erreicht die Lebensmittekrise fast jeden spätestens zwischen dem 35. und 50. Lebensjahr. Strategien, die nicht mehr funktionieren, führen zu Blockaden und Verunsicherung – und machen Veränderungen notwendig. Es ist nur der erste Schritt, zu akzeptieren, dass die Wurzeln unserer Probleme in der Kindheit oder sogar noch früher zu suchen sind – selbst dann, wenn unsere Erziehung von guten Absichten geprägt war. Nicht nur das Aufdecken und Verarbeiten von Traumata, die bereits beim ersten Hören erschütternd wirken, kann schwierig sein. Auch für Menschen, die sich an eine schöne oder zumindest im Hinblick auf Traumata ereignislose Kindheit erinnern, ist es nicht unbedingt leicht, sich von ungünstigen elterlichen Mustern zu lösen. Sie kämpfen möglicherweise lange mit dem Schuldgefühl, ein „undankbares Kind“ zu sein. In diesem Prozess geht es nicht darum, wer mehr oder stärker gelitten hat. Das bestimmt nicht einmal zwangsläufig, wie lang oder steinig der Weg zur Lösung sein wird. Die Verarbeitung und Lösung können dann vollständig sein, wenn die für dich passende Distanz zu deinen Familienmitgliedern in dir keine Anspannung mehr auslöst. Solange es dich belastet, was diejenigen über dich denken oder sagen und wie sie mit dir umgehen, von denen du dich entfernst oder gegenüber denen du deine Grenzen schützt, gibt es noch etwas zu bearbeiten. Es kann wie eine Sisyphusarbeit erscheinen – aber es lohnt sich.
Torschlusspanik, Midlife-Crisis oder Wechseljahreshysterie? Ist das nicht alles dasselbe?

Veränderung gibt es immer. Ob es dir gefällt oder nicht. Sobald du mitten im Erwachsenenleben zum ersten Mal ernsthaft ins Stocken gerätst und beginnst, deine Probleme endlich auch praktisch zu lösen, wirst du möglicherweise feststellen, dass einige Menschen in deinem Umfeld von den veränderten „Spielregeln“, die auch sie betreffen, alles andere als begeistert sind. Je unbequemer ihr Leben durch deine Veränderung wird, desto kreativer versuchen sie, dich wieder auf den vermeintlich richtigen, altbekannten Weg zurückzuführen. Sie können erstaunlich viel Energie mobilisieren, um dir vor Augen zu führen, wen oder was du verlieren könntest, wenn du dich ein wenig oder deutlich von ihnen entfernst. Oft ist es mehr Energie, als sie in ihre eigene Selbstständigkeit oder in die Verbesserung ihres eigenen Lebens investieren würden. Wenn du dieses Phänomen erlebst, kann es passieren, dass du an einen Wendepunkt gelangst und ins Grübeln kommst: Vielleicht solltest du diesen ganzen Selbstfindungsquatsch und das Andersmachen lieber aufgeben und einfach abwarten, bis sich die Situation von selbst wieder zurückverändert oder die Panik, die Krise oder die Hysterie abklingt. Wenn du aufgibst, wird sich deine Situation früher oder später mit Sicherheit verändern. Dein Problem wechselt jedoch lediglich den Ort. Ein ungelöstes Problem ist hungrig, anpassungsfähig und kennt nicht die geringste Spur von Lampenfieber. Je größer es wird, desto leichter und großflächiger nistet es sich ein. Dort sorgt es so lange für Aufruhr, bis es die Aufmerksamkeit und die Lösung erhält, die ihm zustehen.